Remote Maintenance oder auch Fernwartung – wann macht so ein System Sinn?

Um eine Maschine aus der Ferne genau überwachen zu können, sind ein paar Voraussetzungen notwendig. Das fängt bei der verwendeten Sensorik an, die immer genau die richtigen Daten erfassen muss, und endet bei der korrekten Auswertung. Wir zeigen Step by Step, was es noch braucht – und welches Potenzial hier schlummert.

Ob sich ein Betrieb mit der Nachrüstung von Sensorik auseinandersetzen sollte, lässt sich an einem einfachen Faktor erkennen: „Wenn es in dem Unternehmen häufige Maschinenstillstände gibt, die unerwartet auftreten, dann mangelt es definitiv an einem digitalen Überwachungssystem“, fasst Patrick Bräuer zusammen. Selbst ein Stillstand aufgrund von fehlendem Material lasse sich mit Sensorik frühzeitig erkennen.

Es klingt also wunderschön, gerade in Zeiten von Corona: Eine Maschine lässt sich aus dem Home-Office so präzise überwachen, dass die Personalstärke vor Ort deutlich reduziert werden kann. So bleibt die Produktion effektiv bestehen. „Bevor man aber realistisch über so ein System nachdenken kann, sollte man sich erst mal eine Reihe von Fragen stellen“, betont Patrick Bräuer von mdk.digital. Es gebe schließlich diverse Prozessschritte, hinzu kämen ein Mix aus älteren und neuen Maschinen, die alle miteinander kompatibel gemacht werden sollten. „Das ist aber mit nachgerüsteter Sensorik wirklich gut zu bewältigen“, betont der Experte.

Ist diese Analyse abgeschlossen, geht es um die Frage, welche Technik und welche Software wir brauchen. „Nehmen wir eine Filteranlage als Beispiel: Hier können wir mit Sensoren die Durchströmung messen, diese Daten werden in ein Programm gespeist und der Serviceleiter bekommt automatisch eine SMS, wenn der Filter verstopft ist und erneuert werden muss“, fasst Bräuer zusammen.

Zeitlicher Ablauf

Die Analyse des Prozesses kann dabei sogar relativ schnell gehen, wie Günter Piro, Experte für digitale Optimierung von Maschinenparks bei mdk.digital betont. Auch die Sensorik müsse oft gar nicht neu angeschafft werden: „Viele Produktionen haben bereits entsprechende Möglichkeiten, auf die ein Remote Maintenance-System zugreifen könnte.“ Wie Implementierung eines solchen Systems kann innerhalb von einigen Wochen erfolgen – so dass nach wenigen Monaten spätestens damit gearbeitet werden kann.

Auch eine Kostenfrage

Obwohl eine stehende Produktion vermutlich das Teuerste überhaupt ist – auch die Implementierung eines solchen Systems ist zunächst eine Investition: „Pauschal kann man natürlich keinen Wert in den Raum werfen, das kommt immer auf die Größe des Betriebs, die Menge der Maschinen und den vorhandenen Digitalisierungsstand an.“ Grundsätzlich sei die Überwachung eines einzelnen Parameters sogar noch im dreistelligen Bereich machbar. Dafür ist die Hardware auch in vielen anderen Bereichen einsetzbar – zum Beispiel für die Verbesserung von Prozessen und eine Qualitätssteigerung. Auch die Arbeitssicherheit steigt.

Die Aufgabe von mdk.digital

„Wir sind im ersten Schritt für die technische Analyse und Beratung zuständig“, beschreibt Patrick Bräuer. Schließlich sei Betrieben oft noch gar nicht bewusst, wie detailliert eine Überwachung aus der Ferne möglich sei. „Dann erstellen wir ein Konzept, besorgen und installieren die Hardware und natürlich auch die Software“. Auch komplett individuelle Lösungen seien möglich. Im letzten Schritt sei mdk.digital aber auch für den Support zuständig – was zum Beispiel auch die Schulung der Mitarbeiter einschließe. „Machbar ist nahezu alles“, so Bräuer abschließend.