Haben Sie schon einmal von Predictive Maintenance gehört? Falls nicht, sollten Sie diese Wissenslücke schließen. Generell geht es darum, mithilfe moderner Technologien die Wartung von verschiedenen Maschinen effizienter zu gestalten. Die Ausfallzeiten sollen durch eine engmaschigere, automatisierte Kontrolle verkürzt werden. Wenn Sie mehr über Predictive Maintenance erfahren möchten, finden Sie hier alles Wissenswerte.

Darum geht es bei Predictive Maintenance

Die Wartung soll anhand von Auswertungen durchgeführt werden, welche auf Basis der Daten aus der Maschine erfasst werden. Die Daten werden nutzungsbasiert erhoben und liefern daher stets exakte und vor allem aktuelle Werte. Aus diesem Grund gilt die Predictive Maintenance als bedarfsgerecht – anders als die klassische Wartung, welche zu vorab festgelegten Zeiten stattfindet und unabhängig von der tatsächlichen (Ab)-Nutzung stattfindet.

Damit die Predictive Maintenance durchgeführt werden kann, müssen die Daten von Sensoren genau ausgelesenen und interpretiert werden. Hierzu wird eine spezielle Analysetechnik genutzt, welche wiederum auf eine Datenbank angewiesen ist. Innerhalb dieser Datenbank werden alle Fakten gesammelt, abgeglichen und ausgewertet. Die Geschwindigkeit beim Zugriff auf die Daten ist hoch, weil ausschließlich moderne Hardware sowie Software zum Einsatz kommt.

Ziel der Predictive Maintenance: Den Techniker bereits beauftragen und Verschließmaterial zu besorgen, bevor die Maschine ausfällt und eine längere Zeit nicht genutzt werden kann. Auf diese Weise werden Kosten sowie Zeit gespart und die Prozesse werden im Optimalfall nicht verzögert.

Diese Vorteile dürfen Sie erwarten

Die speziellen Techniken sorgen dafür, dass Verantwortliche voraussagen können, wann eine Wartung oder eine Reparatur ausgeführt werden muss. Das ist im praktischen Alltag wesentlich sinnvoller, als routinemäßig die Maschinen zu prüfen oder ohne Anlass die Abläufe zu stoppen. Bei der Predictive Maintenance geht es wiederum darum, nur dann etwas an der Maschine zu tun, wenn es wirklich nötig ist.

Indem Sie genau vorausplanen können, wann Schritte in Sachen Instandhaltung durchgeführt werden müssen, werden Sie unnötige Ausfälle von Anfang an vermeiden. Auch die Ressourcen Ihres Unternehmens lassen sich besser planen. Im besten Fall müssen Sie die Maschinen nicht mehr stoppen, wenn dieser gerade dringend benötigt werden, sondern tun das zu einem wirtschaftlich sinnvollen Zeitpunkt.

Predictive Maintenance Experte Günther Piro

Im Optimalfall geht die praktisch umgesetzte Predictive Maintenance mit einem geringeren Risiko für Unfälle und Ausfälle einher und spart Ihnen Kosten, welche durch einen plötzlichen Produktionsausfall entstehen würden. Zudem bringen die Anlagen, welche durch die Predictive Maintenance beeinflusst werden, eine höhere Lebensdauer mit sich. Verschleiße oder Defekte werden früh bemerkt – das schont wiederum die Maschine als Ganzes. Auch die Umwelt profitiert durch die sparsamere Produktion und die Schonung der Ressourcen.

So funktioniert Predictive Maintenance in der Praxis

Im Prinzip wird die Instandhaltung in 4 Gruppen eingeteilt: 1. Inspektion, 2. Wartung, 3. sofort Instandsetzung und 4. kontinuierliche Verbesserung. Der erste Punkt, die Inspektion, fällt dank Predictive Maintenance im Grunde weg. Die Wartung findet nun sowohl off- als auch online statt. So gibt es kaum noch Produktionsstopps.

Die Offline-Wartung wird nur noch durchgeführt, wenn sie notwendig ist. Durch die Erfassung aktueller Daten, die direkt aus der Maschine kommen, lässt sich auch der Verlust von Leistung vermindern. Besonders praktisch: Sowohl die kontinuierliche als auch die periodische Methode können neben dem Regelbetrieb laufen. Die Produktion muss für Predictive Maintenance nicht unterbrochen werden.

Die Prüfung der Geräte und die anschließende Ermittlung der Daten erfordert die neueste Technik. In der Praxis findet die Prüfung in der Regel entweder mit Infrarot, via Akustik, Laser, Widerstandsmessung, Kapazitätsmessung oder anhand von Ultraschall statt. Infrage kommt außerdem die sogenannte Korona-Erkennung oder die Messung von Schall bzw. von Schwingungen in der Maschine. Gibt es einen Defekt, schlägt dieser sich sofort in Geräuschen oder Bewegungen wieder. Die empfindlichen Messgeräte finden den Störfaktor sofort. Aber natürlich werden auch elektrische Fehler erkannt.

Selbstverständlich wird die Maschine oder Anlage selbst nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt, weil die Sensoren eine rein prüfende Funktion haben. Predictive Maintenance verlangsamt die Maschinen nicht, es beschleunigt sie eher.

Die gesammelten Daten werden in einem System bereitgestellt und verarbeitet. Wichtig ist zum einen die Erfassung und zum anderen die Digitalisierung der Daten – beide Schritte übernimmt die Software für den Anwender. Die Daten werden im Anschluss analysiert und bewertet. Daraus lässt sich für Ihr Unternehmen ableiten, ob mit der Maschine alles in Ordnung ist oder eine Wartung oder Reparatur durchgeführt werden muss.

Nicht nur die aktuelle Lage wird geprüft, sondern auch die Wahrscheinlichkeit für einen Defekt in der Zukunft. Die Software berechnet zum Beispiel genau, wenn wahrscheinlich ein Defekt eintreten wird. Darauf können Sie sich vorbereiten oder vorab eingreifen, indem zum Beispiel Teile geplant oder repariert werden.

Predictive Maintenance: Analyse der ausgelesenen Daten

Wer sich mit dem Thema Predictive Maintenance beschäftigt, der wird auch auf den Begriff Big Data stoßen. Hier geht es darum, dass eine enorme Menge an Daten ausgelesen, abgespeichert und im Anschluss verarbeitet wird. 

Es müssen dabei nicht alle Werte neu erhoben werden – es ist natürlich auch möglich, bestehende Daten und Netzwerke auszulesen und zu verwenden. Das spart zusätzlich Kosten. Dabei sollen natürlich nur die Daten erhoben werden, die später auch dem Zweck dienen, die Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Damit das funktioniert, ist in jeglicher Software für Predictive Maintenance einer oder mehrere intelligente Algorithmen integriert. Hier handelt es sich um eine Programmierung, welche die Daten als solche überhaupt erst greifbar macht und wichtige Rückschlüsse ermöglicht.

Damit Predictive Maintenance funktioniert, muss sowohl die Hardware, als auch die Software und vor allem die Datenbank den neusten Standards entsprechen. Zu diesem Zweck sollte Geld investiert werden, welches sich später auszahlt.

Besuchen Sie gerne unsere Kontaktseite, wenn Sie mehr über das Thema Predictive Maintenance erfahren wollen.