Es gibt zahlreiche Lösungen und Wege, das IoT („Internet of Things“) in der Instandhaltung einzusetzen. Im Folgenden wollen wir Ihnen 4 bewährte Beispiele vorstellen und fassen dafür 5 Artikel für Sie zusammen.

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Der Artikel “IoT connects ice cream machines for after-sales monitoring” befasst sich mit einer aus unserer Sicht spannenden IoT-Lösung für die Instandhaltung in der Fertigungsindustrie.

Das italienische Unternehmen Carpigiani stellt Eismaschinen für Gourmet-Eis her. Im Jahr produziert die Firma 10 Tausend Eismaschinen und exportiert diese an Kunden auf der ganzen Welt.

Mit der immensen Nutzung und den hygienischen Anforderungen, gehen wiederkehrende Wartungen und Ausfallzeiten einher.

Die Lösung für das Problem erkannte das nordische Unternehmen Telenor. Es entwickelte ein Kundendienstüberwachungssystem, das eine optimierte Wartung sicherstellt. Durch eine Managed-Connectivity-Lösung kann das System sicher eingesetzt werden kann.

Diese intelligente IoT-Lösung besitzt eingebettete SIM-Karten für eine IoT-gesteuerte Verbindung. Für 400 Mobilfunknetze wird eine globale SIM-Karte verwendet.  Alle Daten, die jede Eismaschine erzeugt, werden verwendet, um den Zustand der Ausrüstung zu analysieren. Dies garantiert eine vorrausschauende Kundenerwartung. Somit sind 8000 Maschinen mit dem After-Sales-Service Überwachungssystem verbunden.

(Quelle: enterpriseiotinsights.com –https://enterpriseiotinsights.com/20171019/internet-of-things/iot-connects-ice-cream-machines-guarantee-after-sales-monitoring-tag23-tag99)

Der Artikel “Varian Medical Systems Reduce Mean Time to Repair by 50%” beschreibt eine intelligente IoT-Lösung im Bereich der Medizin.

Varian Medical System ist der weltweit führende Hersteller von integrierten Krebstherapiesystem und der Röntgenlieferant digitaler Subsysteme für die Bildgebung (integrierter Simulator und Verifikationswerkzeug zum gelegentlichen Testen von Patientenbehandlungsplänen) aller wissenschaftlichen und industriellen Anwendungen in der Medizin. Die medizinischen Instrumente sind in mehr als 1000 Krankenhäusern und Kliniken weltweit im Einsatz.

Wenn die medizinischen Instrumente und Krebsbehandlungssysteme Probleme haben, muss der Servicetechniker für die Lösung zum Krankenhaus-Standort fahren. Dies führt zu hohen Kosten und zu einer verlorengegangenen Behandlungszeit von etwa 35 Patienten. Außerdem erfordern die Bildgebungssysteme eine fachkundige Unterstützung, um die Bildqualität zu optimieren. Diese Unterstützung vor Ort geben zu können kosten Zeit und Geld sowohl für Varian als auch für den Kunden.

Daher ist eine vorausschauende Wartung für das Informationssystem und die Behandlungsplanungssoftware von großer Bedeutung. Die Firma Axeda hat die Lösung „Smart Connect“ entwickelt. Axeda Connected Service verbindet Varian direkt und sicher mit ihren Kundensystemen, wenn Support benötigt wird. Diese bietet eine optimale Kundenbetreuung und eine maximierte Betriebszeit. Der Service bietet zusätzlich auch Remote-Desktop-Sharing und File-Transfer-Funktionen. Dadurch können die Ingenieure die genaue Fehlerursache aus der Ferne lokalisieren, reparieren und die Systeme upgraden. Das globale Unternehmen Varian gewinnt durch ein Global Access Server Netzwerk die Verfügung eines Fernzugriffs zu der Konnektivität weltweit. Über eine Alarmmeldung erkennen die Servicetechniker, wenn ein System ausfällt. Sie können es online überwachen und direkt reagieren.

„Smart Connect“ wird bereits in 1500 Systemen eingesetzt. Durch die Ferndiagnose und Problemanalyse, hilft es die Kundenproduktivität zu steigern und die Reaktionszeit der Reparatur zu verkürzen. Bisher konnten 200 Anrufe pro Monat per Fernzugriff gelöst werden. Durch den Fernzugriff können pro Anruf vier Stunden Fahrtzeit eingespart werden. Die Smart Connect-fähigen Systeme verkürzen die Reparaturzeit von vier auf zwei Stunden – also um 50 Prozent. Durch diese Vorteile spart jedes Krankhaus 2000 Dollar pro Reparatur.

Alle Geräteinformationen werden in Echtzeit im System gespeichert. Dadurch kann Varian jederzeit Leistungsberichte erstellen und damit sichergehen, dass die Produkte mit Spitzenleistung arbeiten. Smart Connect ermöglicht die Installation, Wartung und vollständige Updates ohne, dass eine Unterstützung vor Ort notwendig ist.

(Quelle: ptc.com –https://www.ptc.com/en/case-studies/varian-medical-systems)

Im Artikel “Maximizing Clinical Availability and Performance with System Connectivity” wird eine weitere sehr interessante Lösung im Medizin-Bereich vorgestellt.

Elekta ist ein Pionier der Human Care-Branche und bietet Innovationen und klinische Lösungen für Krebs- und Hirnerkrankungen. Elekta entwickelt moderne Tools und Behandlungssysteme für Strahlentherapie, Radiochirurgie und Brachytherapie. Außerdem erstellt Elekta verbessernde Softwaresysteme für die Krebsbehandlung. Das Unternehmen ist verantwortlich für die Einführung technologischer Fortschritte in der Radioonkologie.

Ein Linearbeschleuniger stellt Liefertechniken zur Verfügung, die es dem Arzt ermöglichen die Behandlung an die Bedürfnisse jedes Patienten flexibel anzupassen.  Der Remotezugriff war auf dem Gerät nicht möglich, da es komplex ist. Elekta konnte dadurch nicht die Maschinenleistung basierend auf Echtzeitdaten erbringen und so nicht sofort auf Kundenprobleme reagieren. Elekta war nicht in der Lage die Probleme vor Ort zu erkennen und zu lösen, was den Service nur auf die Reaktion beschränkte. In der Regel beinhaltet ein Behandlungsplan eine tägliche Behandlung von vier bis sechs Wochen, was die Maschinenverfügbarkeit wichtig macht. Aus diesen Gründen war es wichtig eine automatisierte Lösung für die Datenverwaltung aller Geräte zu finden, die die Komplexität und die große Menge an Daten berücksichtigt.

Die neue Technologie „IntelliMax“ ist ein intelligentes Gerätemanagementsystem. Zusätzlich ermöglicht die Implementierung der PTC Axeda-Software und die Remote-Konnektivität eine klare Informationsanzeige auf Elektas Geräte-Dashboard. Alarm-Benachrichtigungen garantieren eine prädiktive Wartung. So können Probleme unmittelbar vor dem Auftritt identifiziert und gelöst werden. Durch diese Vorteile ist keine Dienstunterbrechung mehr nötig.

Mittels der Daten kann Elekta die Stundenanzahl vorhersagen, bevor eine Komponente ausfällt und bevor ein Ersatzteil benötigt wird. Das Austauschen der notwendigen Teile geschieht beliebig und beeinflusst somit nicht die Behandlungspläne der Patienten.

Insgesamt können dadurch die Betriebskosten gesenkt, der Kundendienst verbessert, die Verfügbarkeit der Geräte erhöht und die Patientenversorgung optimiert werden.

(Quelle: ptc.com – https://www.ptc.com/-/media/Files/PDFs/IoT/Axeda-CS-Elekta.ashx?la=en&hash=9D9BC1295B7F8F2D669AB5E9A0B3B26241247BE2)

Die zwei  Artikel “Data Gathering Solution for Joy Global” und „Joy Global Delivers the Smart, Connected Mine “ handeln von einer smarten, vernetzten Lösung im Bergbau.

Joy Global ist der weltweit führende Anbieter für hochproduktive Bergbau Lösungen, was die Originalausrüstung, Ersatzteile und Dienstleistungen für die Bergbauindustrie herstellen und vermarkten.

Die Herausforderung war, dass bestehende Geschäftsprozesse von Joy Global erforderten, dass die Kunden ein instabiles, altes System durcharbeiten mussten, um eine Menge von Daten sammeln zu können. Mit Prozessen und Tools reichte die Analyse nicht aus, um Geschäftsentscheidungen richtig treffen zu können.

Eine ThingWorx-Plattform von PTC ermöglicht, dass der Datenerfassungsprozess stabil ist. Gleichzeitig haben dadurch Innovationen für neue Anwendungen für Kunden zugenommen.

Diese Lösung bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Predictive Maintenance – Mit dieser Lösung kann Joy Global Fehler vorhersehen.
  • Downtime Reduction (Reduzierung der Ausfallzeiten) – Effiziente Reaktion auf Geräteprobleme reduziert die Ausfallzeiten von Geräten.
  • Sammlung, Speicherung und Analyse von Echtzeitdaten von 15 globalen Minenstandorten, die 1000 Maschinen und 1000 Echtzeitdatenpunkte in Sekundenbruchteilen repräsentieren, ist jetzt zuverlässig und verleiht dem Unternehmen einen Vorsprung gegenüber seinen Mitbewerbern.
  • Optimierte Mining-Prozesse mit neuen Analysen, um die Kosten für Ressourcen zu senken und die Produktion zu steigern
  • Den gesamten Mining-Vorgang im Auftrag des Mineneigentümers verwalten
  • Übergang von Bezahlung pro Produkt zu Bezahlung pro Tonne abgebauter Erde

(Quelle: iotone.com – https://www.iotone.com/casestudy/data-gathering-solution-for-joy-global/c155)

Die von Joy Global genutzte smarte Lösung ist „JoySmartSM Solutions“. Es ist das Gesamtpaket aus intelligenten, vernetzten Produkten, Technologie und intelligenten Services – Produkten, Betriebsabläufen, Wertschöpfungsketten und Aftermarket-Services, die durch den erweiterten Einsatz von Sensoren, Digitalisierung, Vernetzung und Informationssystemen ermöglicht werden. JoySmartSM Solutions nutzt disruptive Technologien wie Big Data, High-Speed-Computing und erweiterte Analysefunktionen, um eine vernetzte und reaktionsschnelle Wertschöpfungskette zu bieten, die den Kunden optimierte Leistung in Echtzeit bietet. Strategisch gelegene JoySmartSM Service Centen in Bergbauzonen auf der ganzen Welt überwachen ständig die Systemleistung und -gesundheit und bieten lokalen Support.

JoySmartSM Solutions erhört die Wertschöpfungskette um 40 bis 65 Prozent, indem es Verschwendung eliminiert, den Prozess vereinfacht, Automatisierung nutzt und Menschen aus der Gefahrenzone bringt. Nach Angaben des Unternehmens sind unter den Kunden nicht selten Erhöhungen der Auslastungsquote von 50 bis 70 Prozent und Produktionssteigerungen von 65 Prozent zu verzeichnen.

(Quelle: industrial-iot.com – https://industrial-iot.com/2016/03/industrial-internet-of-things-mining/)

Fazit: „Best Practice“-Beispiele dienen einer Orientierung anhand von konkreten Umsetzungen

Aus unserer Sicht zeigen diese Best Practice-Beispiele vier Erfolgsmodelle für den Einsatz von IoT in verschiedenen Branchen.

Es gibt keine standardisierte IoT-Lösung für alle Branchen und Bereiche, sondern jede IoT-Lösung muss individuell auf das Unternehmen und die Anlage angepasst sein. Best Practice zeigen dafür mit konkreten Anwendungsfällen, wie IoT im Unternehmen eingesetzt werden kann, um die Abläufe und Prozesse effizienter zu machen.

So zeigen diese IoT-Lösungen den konkreten Nutzen von IoT anhand von Beispielen auf.

Wir empfehlen zum Einstieg immer eine individuelle Bestandsaufnahme der Prozesse und Komponenten.

Praxisleitfaden: Agiler Einstieg ins industrielle „Internet of Things“
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2018-09-05T17:10:37+00:00