IoT-Anwendungsfälle 2018-01-19T21:42:27+00:00

IoT: Anwendungsfälle und Nutzen für AfterSales und Instandhaltung

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um den Einstieg ins industrielle IoT („Internet of Things“) für AfterSales und Instandhaltung vorzubereiten – drei Gründe.

1. Serviceinnovation

Hersteller befinden sich in einem zunehmend komplexen Umfeld. Die globale Natur des heutigen Geschäfts ist durch regionale Nachfrageschwankungen, Versorgungsunsicherheiten und das unablässige Mandat zur Steigerung der Einnahmen bei gleichzeitiger Kostenkontrolle geprägt.

Die Produktverkäufe allein liefern nicht die Ergebnisse, die sich das Management wünscht. Umsatz- und Gewinnwachstum soll sich aus einer zunehmenden Konzentration auf AfterSales und Instandhaltung entwickeln. Dieser Bereich ist für viele Hersteller eine bisher wenig oder ganz ungenutzte Gelegenheit, die von Herstellern zunehmend erkannt und ergriffen wird.

Die im Unternehmen bereits vorhandene, langjährig erprobte Innovationsfähigkeit in der Produktentwicklung lässt sich mit ganz neuen Ansätze durch Vernetzung mit digitaler Infrastruktur erweitern.

Diese neue Stufe der Innovation ermöglicht ganz neue Geschäftsmodelle, Prozessverbesserungen und Innovationen für das Produkt und den Service.

2. Konkreter Nutzen

Die International Data Coporation (IDC) hat Führungskräfte im Rahmen einer  Umfrage befragt, inwiefern sie den Service unter den jetzigen Bedingungen definieren.

Viele Hersteller sehen im Service die Möglichkeit zu Umsatzsteigerungen und einen Ausbau der Rentabilität für ihr Geschäft. Eine weitere Umfrage, die von Salesforce gesponsert wurde, zeigt, dass 74% der befragten Führungskräfte aus dem industriellen Bereich den Service als wesentlichen Faktor für zukünftige Einnahmen identifiziert haben. Zusätzlich haben sich auch die Kundenerwartungen gesteigert, woran die Servicestrategien angepasst werden müssen.

Damit industrielle Hersteller für ihre Kunden und ihr Unternehmen einen noch nie erreichten Wert erzielen, transformieren sie ihr gesamtes Servicemodell, verstärken die Vernetzung von Service, Wartung und Instandhaltung im AfterSales – dafür nutzen sie Prinzipien, Methoden und Technologien im Kontext des industriellen Internets der Dinge (IoT).

Das bedeutet konkret: kontinuierlich Daten sammeln, analysieren und nutzbar machen. Damit verändert sich die Art und Weise, wie Unternehmen im Markt agieren.

Für den AfterSales-Bereich sind verschiedene, innovative IoT-Anwendungsfälle denkbar, zum Beispiel:

  • den Zustand und Ort aller Maschinen, Anlagen, Geräte jederzeit in Echtzeit zu kennen („Condition Monitoring“) und zu visualisieren
  • nutzungsbasierte Erkennung von Anomalien in Echtzeit („predictive maintenance“)
  • dadurch Wartung nicht mehr reaktiv erst bei Ausfall oder präventiv (oftmals zu früh) zu veranlassen, sondern vorausschauend und somit zum optimalen Zeitpunkt
  • direkt vor Ort alle notwendigen Informationen durch Augmented Realtiy verfügbar haben
  • Ferndiagnose und -wartung ausbauen und digitale, jederzeit aktuelle Servicehandbücher auf Basis von „augmented reality“ bereitstellen
  • vernetzte, vorausschauende Ersatzteilprognosen und -disposition

Damit ließe sich Nutzen aus operativer und strategischer Sicht erzielen:

  • Wartungsbedarf erkennen bevor es zu Ausfällen und Kundenbeschwerden kommt
  • weniger ungeplante Ausfälle und Servicebesuche
  • weniger vorbeugender Austausch von Verschleißteilen
  • schnellere Reaktionszeiten
  • dadurch insgesamt höhere Servicelevel und niedrigere Kosten
  • Verbesserung operativer Metriken wie „mean time to repair” (MTTR), “first time fix rate” (FTFR), Gesamt-Verfügbarkeit
  • Aufdecken von Garantie-, Patent- oder Nutzungsverstößen
  • höhere Rentabilität und Margen
  • Entwicklung neuer Servicemodelle mit tieferer Integration von Kunden und Partnern
  • verbesserte Kundenzufriedenheit und -bindung

Einer Untersuchung der Unternehmensberatung Accenture zu Folge, kann das industrielle IoT helfen, Maschinenausfallzeiten um 70 Prozent und die gesamten Wartungskosten um 30 Prozent zu reduzieren. In einem Projektbeispiel von PTC ließ sich die Quote korrekt vorhergesagter Maschinenausfälle von einem Prozent (basierend auf Erfahrungswerten des Wartungs- und Bedienpersonals) auf 60 Prozent (maschinell mit Hilfe von „data analytics“) erhöhen.

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3. Differenzierung im Wettbewerb

Die zunehmende Vernetzung von Produkten und physischen Komponenten bietet insbesondere industriellen Herstellern eine hervorragende Gelegenheit, ihr traditionelles, produktzentriertes Verkaufsmodell auf ein Modell umzustellen, das „Ergebnisse“ durch eine Kombination von Produkten und Services (Produkt-Service-Systeme), liefert.

In der Tat zeigen Prognosen, dass in 2018 40% der Top-100-Hersteller und 20% der Top-100-Prozesshersteller mindestens einen Teil ihres Portfolios als Produkt-Service-Systeme anbieten werden.

Konkrete IoT-Anwendungsfälle für AfterSales und Instandhaltung erlauben Herstellern eine Abgrenzung und Differenzierung zum Wettbewerb, indem sie anspruchsvolle, vernetzte Serviceangebote anbieten. So entstehen ganz neue Umsatzchancen und Geschäftsmöglichkeiten.

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